Freier Außendienstler werden

Partner suchen

Welche Produkte wollen Sie vertreiben? Haben Sie berufliche Vorerfahrungen im Medienbereich? Ein großes Know-How beim Handwerken oder einen besonders guten Draht zu medizinischem Personal? Sehen Sie sich um auf dem Arbeitsmarkt. Annoncen in gängigen Tageszeitungen oder in speziellen Vermittlungsbörsen geben Ihnen einen Überblick über die Marktlage. Informieren Sie sich über die Firmen, suchen Sie im Internet nach Erfahrungsberichten. Neben zufriedenen oder enttäuschten Berufskollegen finden Sie häufig Kundenkritiken zu den Produkten. Berichte über schlechte Produkte oder mangelhaftem Service sollten Ihnen zu denken geben.

Unkosten vermeiden

Niemals sollten Sie in Vorkasse gehen. Sie sollten keine teuren „Produktschulungen“, keine zu kaufende „Erstausstattung“, kostenpflichtige „Bewerbungsverfahren“, Hotlines oder sonstige Vorausgaben akzeptieren.

Rechtsvertretung suchen

Suchen sie nach Wegen sich rechtlich beraten zu lassen. Vergleichen Sie Möglichkeiten des beruflichen Vertragsrechtschutz über Versicherungsgesellschaften oder Interessensvertretungen beispielsweise freier Handelsvertreter. Es wird Momente geben, in dem Sie ihn brauchen werden. Vor allem, wenn Provisionen nicht bezahlt werden mit rechtlich unsicheren Argumenten.

Verträge prüfen

In vielen Verträgen gibt es Klauseln, die sich unserer Meinung nach nicht mit „freien“ Handels- und Außenvertretungen vereinbaren lassen.
Beispielsweise eine Mindestkontaktzahl, die, bei Nichteinhaltung eine Provisionskürzung nach sich ziehen, eine von der Firma eingesetzte und von Ihnen zu bezahlende Vertretung im Krankheitsfall, eine Pflicht zur Krankmeldung, eine Pflicht zur langfristigen Absprache von Urlaub.
Alles Erwartungen, die ein Arbeitgeber an seinen Arbeitnehmer formulieren kann. Hier bezahlt er einen regelmäßigen Lohn und daran sollten solche Forderungen auch gekoppelt bleiben.

Zweitvertretungen

Wenn Sie für mehrere Firmen aktiv werden, könnten Sie eine Mischung anstreben, die Ihnen die Einteilung Ihres Arbeitstages erleichtert. Stellt eine Firma beispielsweise Kundentermine zur Verfügung, könnten Sie mit einer anderen Firma, bei der Sie beispielsweise Apotheken anfahren eine effektive Tourenplanung machen. Sie nehmen den Kundentermin als örtlichen und zeitlichen Anker und drappieren darum herum die spontanen Besuche bei Apotheken. Platzt der Kundentermin haben Sie an diesem Tag in diesem Ort zumindest umfangreich Ihr anderes Produkt beworben.

Auto

Um ein Auto werden Sie als Vertreter wohl eher nicht herumkommen. Hier sollten Sie sich steuerlich beraten lassen, ob ein Leasingmodell wirtschaftlich und organisatorisch sinnvoll ist. Klar ist auch, Ihr Auto ist Teil der Visitenkarte und sollte nicht durch Lehmkrusten, zuviel Luxus oder private Aufkleber auffallen.

Routenplaner

Zur Routenplanung greift man heute auf elektronische Hilfsmittel zurück. Komfortabel rechnen unterschiedlichste Produkte Fahrtwege aus und zeigen Ihnen bis ins hinterste Dorf die genaue Anfahrt. Beachten sollten Sie mögliche steuerliche Auflagen bei der Pflicht zum Fahrtenbuch oder ähnliches.

Datensätze

Ihr Kapital ist Ihr Wissen und Ihr persönlicher Kontakt zum Kunden. Hier sollten Sie sich eine übersichtliche Methode erarbeiten individuelle Informationen pro Kunde zu dokumentieren. Ab einer bestimmten Kundenzahl wird Ihr Gedächtnis hierzu nicht mehr ausreichen. Kunden erwarten die Berücksichtigung ihrer speziellen Bedürfnisse. Gut, wenn Sie mit einem Handgriff vor der Tür diese jeweils parat haben. Neben Bedarfs- und Bestellroutinen können dies auch persönliche Komponenten in den Gesprächen sein. Der klassische Gruß an die Ehefrau oder die Nachfrage nach dem Urlaub. Dies alles sollte in Ihren Datensätzen Platz haben. Und weil dies sensible Daten sind, müssen Sie auch Sorge tragen, dass diese Daten kein Anderer zu sehen bekommt. Weder ihr Auftraggeber noch der Datendieb.
Eine Herausforderung im Berufsalltag wird sein, diese Datensätze aktuell zu halten. Wie lange können Sie sich Gesprächsinhalte merken, wie schnell müssen sie in ihre Datensätze einfliessen.

Homeoffice, Fax, Laptop

Als freier Handelsvertreter müssen Sie sich Ihre eigenen Bürosituation schaffen. Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten dies mobil zu halten. Die Erreichbarkeit über Handy gehört dazu ebenso wie tragbare Computer mit den aktuellen Datensätzen. Selbst mobile Faxe sind zu haben, über die Sie sofort Bestellzettel weiterleiten können. Denkbar ist auch der Aufbau einer Webseite mit Serviceangebot für Ihre Kunden: Download-Bestellformulare, aufbereitete Produktpalette, Hintergrundinformationen und vielem Weiteren. Das Sammeln von E-Mailadressen ermöglicht Ihnen ein kostenfreies Kontakten Ihrer Kunden.

Krankenversicherung

Nicht zuletzt sollten Sie Ihre persönliche Absicherung als Selbstständiger im Auge behalten. Mindestens die Krankenversicherung ist zu bezahlen.
Beachten Sie vor allem auch den Aspekt des Krankengeldes, welches bei langfristiger Erkrankung eine wichtige Hilfe sein kann. Arbeiten Sie mehr als 15 Stunden oder erreichen Sie ein knapp viertstelliges monatliches Einkommen nehmen die meisten gesetzlichen Krankenversicherungen ein Einkommensniveau an, welches Sie anfangs vermutlich nicht erreichen. Sie bezahlen den vollen Satz, also Arbeitnehmer-, wie auch Arbeitgeberanteile. Erst kürzlich ging durch die Presse, wie unverschämt die gesetzlichen Krankenversicherungen Schuldner, zumeist kleine Selbstständige, mit überzogenen Zinsen weiter in den Ruin trieben. Seien Sie wachsam und vergleichen Sie Versicherungen, kundenfreundliche Beratung ist hier, unserer Erfahrung nach, die absolute Ausnahme. Bei privaten Krankenversicherungen müssen Sie bedenken, dass keine Familienversicherung möglich ist und die Rückkehr in die gesetzliche Versicherung erschwert ist.

Rente

Keiner befüllt während Ihrer Selbstständigkeit Ihre Rentenversicherung. Hierfür müssen Sie ganz selbstständig sorgen. Prüfen Sie auch, ob Sie gegebenefalls rentenversicherungspflichtig sein könnten. Dies könnte vor allem bei nur einem Auftraggeber oder im Familienbetrieb der Fall sein und wird im Nachhinein teuer und unangenehm.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitsagentur bietet seit einigen Jahren eine freiwillige Arbeitslosenversicherung unter bestimmten Bedingungen an. Damit sollten Sie sich unbedingt beschäftigen, denn dies könnte Ihnen, wenn Sie nach einiger Zeit ohne Versicherungsansprüche dastehen das Durchrutschen zu Sozialleistungen ersparen.

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